• 6. Pommersches Infanterie-Regiment Nr. 49
  • 6. Pommersches Infanterie-Regiment Nr. 49

Deutsch-Französischer Krieg 1870/1871


Seit der gewaltigen Erregung, welche die preußischen Siege im Jahr 1866 bei den Franzosen hervorgerufen hatte, bestand wohl zu der damaligen Zeit in ganz Deutschland kein Zweifel mehr darüber, dass die politische Stimmung zwischen beiden Staaten über kurz oder lang eine gewaltsame Lösung finden müssen würde.

Die erste Hälfte des Jahres 1870 war auch beim Regiment in der gewohnten Friedensarbeit dahingegangen.
Die Frühjahrsbesichtigungen waren überstanden, ein großer Teil des Offizierkorps war auf Urlaub, man befand sich in der Periode des Schießens und der Felddienstübungen.

In Gnesen wurden die Gemüter durch eine schwere Raupenplage beunruhigt, die den schönen Waldbestand auf den Schießständen zu vernichten drohte. Manche Stunde wurde mit Sammeln von Raupen verbracht.

An Krieg dachte niemand.

Eines Nachmittags, am 11. Juli 1870 sagte bei dem schießen Leutnant Rochlitz zu seinen Leuten:
"Na, Kerls, wenn Ihr so schlecht schießt, werdet Ihr bei den Franzosen keinen großen Eindruck machen!"

"Ja, gibt es denn Krieg?" - das war die Frage, die die Herzen der jungen Soldaten höher schlagen ließ; die Frage, die gleich darauf nicht nur in Gnesen, sondern überall in ganz Deutschland erörtert wurde und manche bange Sorge, zumeist aber siegesfrohe Zuversicht auslöste.

Die Entscheidung ließ nicht lange auf sich warten. Am 16. Juli 8:25 Uhr morgens ging vom Generalkommando II. Armeekorps in Stettin folgendes Telegramm ein:

"6. Pommersches Infanterieregiment Nr. 49
Auf allerhöchsten Befehl ist die norddeutsche Bundesarmee planmäßig mobilzumachen. Der 16. Juli ist der erste Mobilmachungstag. Die Mobilmachungsinstruktion des Generalkommandos ist hiernach ohne irgendwelche Einschränkung zur Ausführung zu bringen.
Generalkomman.
gez. v. Wichmann.
"

Der Befehl wurde sogleich dem II. Bataillon nach Inowrazlaw telegrafisch weitergeben und es begann eine sorgfältig geregelte Tätigkeit: die Überführung des Regiments aus dem Friedenszustand in den Kriegszustand.

Für die Mobilmachung standen nur 12 Tage zur Verfügung, planmäßig war am Abend des 26. Juli das II. Bataillon, am 27. Juli das ganze Regiment marschbereit.

Der weitere Verlauf des Feldzuges im Deutsch-Französischen Krieg 1870/81 kann im Buch Geschichte des 6. Pommerschen Infanterie-Regiments Nr. 49 nachgelesen werden.


Verlustliste 1870/71

Premierleutnant Adolph Olberg,
Sekondeleutnant Max Detert,
Sekondeleutnant Walter Werneburg
Sekondeleutnant Eduard Friedrich Karl Grosch
Sekondeleutnant Gustav Schwarz
Sekondeleutnant Freiherr Burscher von Saher zum Weißenstein
Sekondeleutnant Hermann von Wietersheim
Sekondeleutnant Louis Gellhaus

1. Kompanie


Gefreiter
Leon Grymczynski, Wilhelm Meißler

Musketier
Theodor Dorfschmidt, August Preuß

2. Kompanie


Gefreiter
Julius Poller

Musketier
Julius Christoffer, Karl Eilrich, Johann Hasse, August Krüger, Johann Ringwelski, Albert Schröder I, Karl Sommke, Wilhelm Türk

3. Kompanie


Sergeant
Ferdinand Müller

Gefreiter
Herrmann Sass, Ferdinand Schoth

Musketier
Wilhelm Böhm, Heinrich Böttcher, Karl Freitag, Karl Jagnow, Johann Kletzke, Karl Maichack, Heinrich Mems, Ernst Quast, Julius Rosin, Karl Schwichtenberg, Gustav Sielaff, Lorenz Soika, Albert Zoschke

4. Kompanie


Musketier
Friedrich Grünewald, Karl Marz I, August Mischke, Johann Oppert, Friedrich Rhode

5. Kompanie


Unteroffizier
Karl Rewersdorff

Musketier
Albert Goldbeck, Karl Gummisch, August Hahn, August Moldt, Hermann Neuenfeldt, Julius Neumann, Karl Schmidt, Johann Teifke

6. Kompanie


Vizefeldwebel
Ernst Noebel

Unteroffizier
Albert Dittberner, Karl Komoll

Musketier
Wilhelm Grimm, August Holz, Albert Karus, Friedrich Mionske, August Rademacher, Martin Schulz, Herrmann Stahlbusch, Julius Stritzel

7. Kompanie


Musketier
Ferdinand Behlow, Karl Damaschke, Johann Ganowski, Karl Hoffschulz, Ernst Kasischke, Karl Laser, August Mischke, Herrmann Nemitz, Karl Neuenfeldt, Albert Reinke, Ludwig Roenspieß, Wilhelm Schaffer, Friedrich Scheunemann, Karl Trebes

8. Kompanie


Feldwebel
Otto Drebelow

Musketier
Johann Goetzke, Reinhard Groth, Karl Jahns, Friedrich Manske, Jacob Maslinski, Johann Mielke, Friedrich Moldenhauer, Paul Scheviola, Karl Schwuchow

9. Kompanie


Sergeant und Bataillon-Tambour
Johann Mittelstaedt

Unteroffizier
Friedrich Grade, Stanislav Klatt

Füsilier
Ferdinand Adam, Karl Baske, Ferdinand Koschek, Ludwig Kopischke, Hermann Krause, Wilhelm Losch, Stephan Mach, Gustav Moldenhauer, Gustav Ritt, Eduard Schmidtke

10. Kompanie


Füsilier
August Griechen, Ferdinand Rieck, Karl Voss

11. Kompanie


Vizefeldwebel
Oskar Feige

Gefreiter
Heinrich Gowitzke, Friedrich Weber

Füsilier
August Geske, Friedrich Haase, August Hense, August Kostig, Friedrich Rennhack, Gustav Wilke, Wilhelm Zachan

12. Kompanie


Gefreiter
Heinrich Ziemann

Füsilier
Wilhelm Bluck, Albert Buhrow, August Kritsch, Gustav Küster, Wilhelm Strauß