• 6. Pommersches Infanterie-Regiment Nr. 49
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Die Auflösung


Die letzten Kämpfe im 1. Weltkrieg bestand das Regiment am 4. November bei Obies (westlich von Maubeuge).
Als am 11. November mittags um 12 Uhr Waffenruhe eintrat, fiel auf der Straße Etienne du Mont-Hautchin aus einem Maschinengewehr des Regiments der letzte Schuss.

Das Ende war da.

Nach mühseligen Rückmärschen durch Belgien wurde am 27. November die deutsche Grenze und am 3. Dezember der Rhein bei Köln überschritten. Kurz vor Weihnachten wurde die alte Garnisonstadt Gnesen erreicht und es wurde mit der Entlassung der Mannschaften begonnen.
Alle Menschen drängen nach Hause, da so viele seit 4 Jahren endlich wieder daheim feiern wollten.

Die Verbliebenen des Regiments in Gnesen erlebten mehrere abwechslungsreiche Tage, da die Garnison in die Hände der polnischen Bevölkerung fiel.

Leutnant Eilmann schrieb in einem Bericht aus Schneidemühl, Pommern über die Tage in Gnesen:

"Am 27.12 abends war der Putsch in Polen, am 28.12. in Gnesen. Es waren in der Garnison anwesend etwa 200 Mann der II. Kompanie, davon die Hälfte polnisch. Als der Putsch begann, waren vielleicht 40 Leute, natürlich unbewaffnet, in den weitverzweigten Kasernengebäuden. Der Überfall kam überraschend, man hatte ihn zum 19.1.19 zur Unterbindung der Wahlen zur Nationalversammlung erwartet.

6 Uhr abends hörte man plötzlich ein Geschrei. Die bewaffneten Polen waren schnell durch bewaffnete Übermacht überfallen und in das Waffendepot gestürmt. Wenige Minuten später standen annähernd 3000 Polen auf dem Kasernenhofe und um die Kaserne herum. Es fand eine allgemeine Entwaffnung in der Kaserne statt.

Am folgenden Tage fuhren wir in einem Transportzug unter polnischer Bedeckung über Polen nach Bentschen.
Wir fuhren nun mit dem Zuge nach Schneidemühl, wo wir außer dem I. Bataillon auch das III. Bataillon antragen, das in Wongrowitz das gleiche Schicksal gehabt hat."


Hinweis: Der Bericht wurde aufgrund der Länge gekürzt.

Und so endet die Geschichte des 6. Pommersches Infanterie-Regiment Nr.49.

Nach dem 1. Weltkrieg bildeten sich mehrere Vereine, welche im "Bund der 49er" zusammengefasst wurden. Vorsitzender dieses Bundes (1926) ist Oberstleutnant außer Dienst Reußner, Köslin in Pommern.